Mahnaz Hosseini

 

 

 

...Mahnaz Hosseini wuchs in einer sehr kunstliebenden Familie als Jüngste von sieben Kindern auf. Der große Altersunterschied zu ihren Geschwistern eröffnete ihr einen großen Raum, in welchem sie in kindlicher Unbefangenheit die Einsamkeit kennenlernte, der sie ihre Freude, ihren Schmerz, ihre Fragen und Herzenswünsche darbrachte.

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Ihr Vater war Teppichhändler und ein großer Liebhaber der Dichtkunst, ihre Mutter eine herausragende Geschichtenerzählerin und auch der Bildhauerei zugetan. Eines Tages baute sie für die kleine Mahnaz in einer Ecke des Hofes ein kleines Häuschen. Aus dem einen wurde ein ganzes Dorf, mit vielen kleinen Bewohnern aus Ton. Hier verbrachte Mahnaz täglich viele Stunden, nahm Teil am imaginären Leben der Tonfiguren: sie hauchte ihnen von ihrem eigenen Leben ein, verlieh ihnen ihre Stimme und bewegte sich mit ihnen gemeinsam durch die kleinen Häuser und Zimmer. Eine kleine, kindliche Welt wachte jedes Mal unter dem grenzenlosen Himmel ihrer Imagination auf, wenn sie, Mahnaz, das Dörfchen betrat, und fiel in nächtliches Schweigen, wenn sie ging. Hier konnte sie auch nach Herzenslust malen und formen, konnte ungestraft Spuren ihrer Phantasie sichtbar machen. Doch diese war unermüdlich. Sie drängte Mahnaz geradezu, ihre Umgebung zu gestalten, und unbedarfte, glatte Flächen zu bemalen - nicht nur zuhause, auch in der Schule, was so manchen Ärger mit sich brachte.
Mit dem Älterwerden wuchs auch die Kluft zwischen ihrer imaginären Welt und jener da draußen.
Da kam ihr die Sehnsucht zuhilfe, die ihre Bilder mit Wünschen einfärbte und Mahnaz schöpfte Hoffnung. Wieso sollte es ihr denn nicht möglich sein, diesen Abgrund zu überwinden, sich darüber zu erheben?
Immer und immer wieder stieg sie die Treppen, die zum Dach ihrer Eltern führten, hinauf. Von dort sprang sie, unendliche Male, hinunter, voll Genuss, und in der Hoffnung, dass sich einmal – einmal nur - die Flügel ihrer Sehnsucht unter ihr ausbreiten würden...ihren Körper zu tragen...zu fliiiegen... jaaaa ... Fliiiegen wollte sie, über alle Abgründe und Hindernisse hinweg!
Es sollte nicht sein: die Schwerkraft ließ sie nicht los.
Die kleine Mahnaz wuchs heran. Eine undefinierbare Fremde beschlich sie immer öfters in ihrem kleinen Spiel-Dorf. Das Gesetz der Zeit war gekommen und bat um Einlaß. Es verkündete ihr, dass sie bald aus ihrem Häuschen herausgewachsen sei. Doch es gewährte ihr 3 Dinge (Begleiter aus ihrer Kindheit(geschenke)), die sie für immer mitnehmen durfte. Mahnaz entschied sich. Sie wählte die Einsamkeit...die Fantasie...die Sehnsucht...
Das Gesetz der Zeit lächelte sie sanft an und schenkte ihr zum großen Abschied ein kleines, unscheinbares Kästchen, dass sich schließlich zu einer dimensionslosen Schatztruhe entpuppte: die Gestaltkraft, die Malerei.
Nach der Oberschule studierte Mahnaz Kunst an der Akademie für Bildende Kunst, „Tandis“, in Teheran, dessen Leiter, der iranische Maler Habipoor, sich ihrer künstlerischen Ausbildung persönlich annahm. Hier lernte sie auch eine ihr bis dahin unbekannte Fähigkeit kennen: das Portraitieren.
Endlich hatte sie ein neues Refugium gefunden, das dem Schaffen in ihrem kleinen Dörfchen in so einigem glich: die Akademie
Statt mit kleinen Tonfiguren bewegte sie sich jetzt mit lebendigen Bildern, Farben, Formen, Stilrichtungen, Techniken und ... Gleichgesinnten durch die Räume ihrer Jugend- und Erwachsenenzeit.
Nach Beendigung ihres Studiums arbeitete sie dort als Dozentin.
Die Welt da draußen war derweil beherrscht von Kampf

 

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